Marion Porten widmet sich in ihren Arbeiten u.a. dem Dilemma des Übersetzens. Durch den Versuch eines ‚Kulturtransfers’ werden Bedeutungsebenen verschoben, Bezüge gehen verloren, neue treten zum Vorschein. Es entstehen sprachliche und inhaltliche Missverständnisse. Meist agieren SchauspielerInnen vor der Kamera als Überbringer von Geschichten, Handlungen oder einfacher Bewegungsabfolgen. Die Ausübung und Vorführung ihres Berufes dient dabei als vielschichtiges Instrument für die Sichtbarmachung von Konstruktionen, wie beispielsweise der Darstellung eines ‚authentischen Moments’ oder der Illusion einer ‚ersten Probe’. Portens Inszenierungen zitieren dabei Schauspieltraditionen verschiedenster Kulturen und Epochen (z.b. African-American Theater, Brechtsche Verfremdungsstrategien, Kabuki, Russische Avantgarde, deutsche Klassik, etc.).

Sentiment Is For Audiences (2008)
Stop Acting, ..... The Truth Is Real! (2007)
Prolog. Nacht. (In einem hochgewölbten, engen gotischen Zimmer Faust, unruhig auf seinem Sessel am Pulte.) (2007)

In vorangegangen Arbeiten untersuchte Porten mittels eines animierten Dokumentarfilms The Beard Stroke (2004) und der dazugehörenden Installation The Way You Move (2004-2005) die Deutungsversuche menschlicher Körpersprachen und ihr Einwirken in gesellschaftliche Rollenverständnisse.

Mit der Skulptur Wunderwelt Verhaltensforschung (2001-2002) begann ihre Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Paradigmenwechseln in Verbindung mit gesellschaftlichen Werte- und Normvorstellungen. Die Inszenierung der Erklärungsversuche der Biologie zum Thema der Homosexualität im Tierreich fächert die moralisch gefärbten Betrachtungen von ‚Natur’ über die Jahrhunderte hinweg auf.



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